Loslassen: Gewinn durch Verlust
- Christin Eglin

- 19. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Wir wissen es alle. Um Platz für Neues zu schaffen, müssen wir uns von Altem trennen. Das gilt für den Küchenschrank genauso wie für unsere Psyche. Und es gibt tonnenweise Material zum Nachlesen, wie Loslassen am einfachsten geht. Und trotzdem klappt es oft nicht.
Warum? Weil Loslassen eben nicht so einfach ist, wie es klingt.
Denn genauso wie die Werbetasse, aus der du noch nie getrunken hast und es auch garantiert nie wirst, plötzlich an Wert gewinnt, sobald du versuchst, sie zu verhöckern, genau so passiert es auch mit inneren Dingen. Erinnerungen, Gefühle, Erlebtes oder Glaubenssätze gewinnen auf einmal an Bedeutung und Wert. Nicht unbedingt bewusst, aber sehr wirksam.
Sobald du beginnst, deinen inneren Rucksack auszupacken, laufen unterbewusst ähnliche Prozesse ab wie bei dieser Tasse. Was, wenn ich das noch brauche. Was, wenn es doch nützlich ist. Was, wenn ich es eines Tages bereue.
Und obwohl dein Verstand vielleicht sehr genau weiss, dass dir diese Dinge nicht guttun oder dich sogar belasten, fällt es plötzlich unglaublich schwer, sie gehen zu lassen.
Bei der Werbetasse würde ich dir jetzt raten, mach einfach ein Foto davon. Dann kannst du sie dir zur Not auf deinem Handy nochmals anschauen, falls du sie wirklich vermisst.
Und für deine persönlichen Themen ist mein Rat ähnlich, mit einem kleinen Twist. Schreib es auf. Schreib dir auf, was du loslassen möchtest. Und dann der entscheidende Punkt: Schreib dir auf, warum du es loslassen möchtest. Und halte fest, was sich verändert. Was leichter wird. Was anders und besser ist, wenn es nicht mehr in deinem Rucksack ist.
Denn diese Dinge sind hoffentlich viel, viel wertvoller als das, was du loslässt. Und genau das ist dein Mehrwert. Dein Gewinn.

Kommentare